Sammelgebiete Münzen

Wenn Sie die erste Stufe des Sammelns, nämlich alles zu sammeln, was Ihnen in die Finger kommt, hinter sich haben, beginnen Sie mit der Spezialisierung. Eine allgemeingültige Regel gibt es dabei nicht. Wichtiges Kriterium, Ihr Sammelgebiet soll Ihnen Spaß und Freude bereiten. Vielleicht interessiert Sie eine besondere Geschichtsepoche. Oder ein Land, oder ein Landesteil, etwa Ihre nähere Heimat. Oder Sie sind ein Motivsammler, oder, oder… Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Die folgende Zusammenstellung soll nur eine grobe Hilfestellung sein.

Generalsammlung

Sie sammeln aus allen Zeitabschnitten der 2500-jährigen Münzgeschichte einige schöne und typische Exemplare. Sie fangen bei den Griechen an, dann die Kelten, Römer, Germanen, mittelalterliche Brakteaten und Pfennige und so weiter bis in die Neuzeit. Dabei können auch typische Münzen anderer Länder gesammelt werden. Die Generalsammlung hat ihren Reiz. Das Problem ist die Auswahl. Auch brauchen Sie fundierte geschichtliche Kenntnisse.

Kursmünzensammlung

Das Sammeln von umlaufenden Münzen der Gegenwart ist sehr beliebt. Es ermöglicht Ihnen aus der Geldbörse heraus zu sammeln, was sehr reizvoll sein kann. Mit der Münzgeschichte müssen Sie sich dabei noch nicht unbedingt beschäftigen. Falls Ihnen das Spaß macht, können Sie Ihr Sammelgebiet erweitern: Kursmünzen der DDR, der Bundessrepublik (vor 1990), des 3. Reichs, der Weimarer Republik, des Kaiserreichs. Solche Münzen bekommen Sie natürlich nicht mehr aus Ihrer Geldbörse. Auch sollten Sie sich dann etwas mit der Geschichte befassen.

Heimatsammlung

Ihre Heimat ist beispielsweise Bayern, Hamburg oder Sachsen. Sie könnten nun Münzen des Königreiches Bayern, der Freien Hansestadt Hamburg oder des Königreiches Sachsen sammeln. Für solche Spezialgebiete gibt es gesonderte Kataloge. Ihre Sammlung wird im Laufe der Zeit wachsen und einen geradezu einmaligen Charakter bekommen.

Ländersammlung

Sie sammeln Münzen eines bestimmten Landes, beispielsweise Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Dabei kann unterschieden werden, ob man Kursmünzen oder Gedenkmünzen des Landes oder beides sammelt.

Münzen einer geschichtlichen Epoche

Münzen einer geschichtlichen Epoche zu sammeln, ist sehr beliebt. Dabei gibt es Epochen, die sich über Jahrhunderte erstrecken und welche über nur einige Jahrzehnte. Beispiele: Antike griechische Münzen, römische Kaisermünzen, die Zeit Napoleons, der Dreißigjährige Krieg.

Portraits berühmter Herrscher

Es gibt auch hier zahlreiche Möglichkeiten. Beispielsweise können Sie Münzen sammeln mit den Portraits der Habsburger Kaiser, oder der russischen Zaren, oder der römischen Kaiser, oder der Päpste, oder, oder …

Motivsammlung

Motive auf Münzen begeistern immer mehr Sammler. Die Möglichkeiten sind immens. Hier nur einige wenige Beispiele: Religiöse Motive, Städtebilder, Pflanzen, Tiere, berühmte Persönlichkeiten, Schiffe, Eisenbahnen, Automobile, und, und …

Sammeln von Nennwerten

Es gibt Sammler, die nur einen ganz bestimmten Nennwert sammeln. Also beispielsweise Pfennig, Mark, Taler, Rubel, Dollar. Achten Sie dabei auf die Häufigkeit der Münzen. Alle Taler zu sammeln ist nicht nur aus finanziellen Gründen schier unmöglich. Es sind auch viel zu viele. Sie könnten aber auch Taler eines bestimmten Gebiets oder Zeitraums sammeln.

Belagerungs- und Notgeld

Städte und Gemeinden haben in Notzeiten eigenes Geld geprägt. Das Sammeln solcher Münzen ist etwas für den geschichtlich interessierten Sammler. Unter anderem sehr beliebt sind das Not- und Kriegsgeld gegen Ende des 1. Weltkrieges bis etwa 1923. In dieser Zeit haben sehr viele deutsche Städte und Gemeinden eigenes Kleingeld geprägt. Es gibt auch gesonderte Münzkataloge für dieses Sammelgebiet.

Das Sammeln von Medaillen

Medaillen haben im Gegensatz zu Münzen keinen Nennwert. Sie sind oder waren also kein gesetzliches Zahlungsmittel. Jeder Privatmann kann einer Prägestätte den Auftrag erteilen, Medaillen zu prägen. Ältere Medaillen können durchaus ihren Reiz und auch ihren Wert haben. Dafür gibt es einen Markt. Für moderne Medaillen ist dies jedoch kaum der Fall. Oft wird mit dem Slogan geworben „gibt es nur bei uns“ und „weltweit limitierte Auflage“. Doch leider haben sie meist nur einen Materialwert, falls sie überhaupt Edelmetall enthalten. Bei modernen Medaillen aus unedlem Material spricht man auch von Medaillenschrott.