Numismatik

Das Wort kommt vom griechischen „nomisma“, lateinisch auch „numisma“ und bedeutet Münze. Die Numismatik ist also die Münzkunde. Sie beschäftigt sich mit der Münze als Gegenstand der Wissenschaft, der Forschung und auch des Sammelns. Sie ist eine wissenschaftliche Teildisziplin, die eng verzahnt ist mit Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte, In der Archäologie ist die Numismatik eine wichtige Datierungshilfe von Fundstücken.

Die Numismatik kümmert sich unter anderen um:

  • die Auswertung von Münzfunden
  • die Geschichte der Münzherstellung (Münztechnik)
  • die Geschichte des Münzrechts
  • Münzbeschreibungen und Registrierungen von Münzen
  • die Erforschung von historischen Erscheinungsformen von Münzen
  • die Geschichte von Organisationsformen der Münzbetriebe

Geschichtlicher Hintergrund

Bereits vor etwa 2.000 Jahren hat Kaiser Augustus alte Münzen gesammelt. Zumindest beschreibt dies der römische Geschichtsschreiber Sueton. Erst im 14. und 15. Jahrhundert begann man damit, sich mit Münzen wissenschaftlich zu befassen. Der Dichter Petrarca und der Bischof Stephan von Neidenburg besaßen damals bereits umfangreiche Münzsammlungen. In der Folgezeit legten viele Landesfürsten Münzsammlungen an. Die heutigen großen Münzkabinette wie etwa in München, Dresden und Berlin gehen auf solche Sammlungen von Landesfürsten zurück.

Forschung und Lehre

Die Numismatik ist eine Museumswissenschaft, da die Quellen (die Münzen), nur dort zur Verfügung stehen. Zentren der Numismatik waren somit die großen Münzsammlungen in London, Paris, St. Petersburg, New York, Wien und Berlin. An den Universitäten ist die Numismatik eine wichtige Hilfswissenschaft für die Geschichte und die Altertumswissenschaften. Einen eigenen Lehrstuhl gibt es im deutschsprachigen Raum nur in Wien. Ansonsten ist die Numismatik immer Teil eines Geschichtsstudiums. Lehrangebote gibt es an den Universitäten in Berlin, Dresden, Frankfurt, Göttingen, Köln, Marburg, München, Münster und Tübingen. Ein Magisterabschluss oder eine Promotion mit dem Schwerpunkt auf Numismatik ist dort möglich.

Der Beruf des Numismatikers

Es gibt verschiedene Tätigkeitsbereiche für den Numismatiker. Da ist zum einen das Museum. Hier betreut er eine numismatische Sammlung. Dann die Universität, dort hält er Vorlesungen. In beiden Bereichen kann er auch in der Forschung tätig sein. Im Münzhandel beschäftigen sich Numismatiker mit Münzschätzungen, Münzbestimmungen und mit der Erstellung von Auktionskatalogen. Allgemein bezeichnet man auch alle wissenschaftlich tätigen Münzsammler als Numismatiker.

Organisationen

Deutsche Numismatische Gesellschaft

Die Deutsche Numismatische Gesellschaft – Verband der deutschen Münzvereine e.V. (DNG) ist ein gemeinnütziger Verein. Sitz ist Frankfurt am Main. Die DNG ist der Dachverband für mehr als 70 numismatische Vereinigungen in der Bundesrepublik Deutschland. Die DNG wurde 1951 gegründet. Sie verleiht jährlich den sogenannten Eligiuspreis für verdiente Numismatiker. Eligius ist der Schutzpatron der Numismatiker und Münzsammler. Der Hl. Eligius (um 590 – 660) war Goldschmied und Münzmeister am Hofe Chlotars II. und Dagoberts I. und später Bischof von Noyon.

Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (NK)

Die NK wurde 1950 gegründet. Ihr gehören Vertreter der einzelnen Bundesländer sowie Fachgebietsvertreter für verschiedene Teilgebiete der Numismatik an. Das Aufgabengebiet ist die wissenschaftliche Organisation der Bundesländer für die Förderung und Aufarbeitung der Münz- und Geldgeschichte. Ein wichtiges Teilgebiet ist die Münzfunderfassung in Deutschland. Der darauf basierende Münzfundkatalog Mittelalter/Neuzeit umfasst derzeit über 20.000 Funde. Die NK kümmert sich auch um den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Berufsverband des deutschen Münzenfachhandels

Im Berufsverband des Münzenfachhandels e.V. haben sich derzeit etwa 230 seriöse Unternehmen aus dem Bereich der Numismatik zusammengeschlossen. Mitglieder sind nicht ausschließlich Münzhändler, sondern unter anderem auch Prägestätten, Auktionshäuser, Zubehörhersteller, Fachverlage und Messeveranstalter. Der Verband betreibt Öffentlichkeitsarbeit rund um das Sammeln von Münzen. Er ist die mitgliederstärkste Berufsorganisation im Bereich der Numismatik.

Gesellschaft zur Förderung der Numismatik e.V. (GFN)

Die GFN verfolgt die Förderung der Numismatik. Durch Veröffentlichungen in den Medien (Presse, Rundfunk, Fernsehen, Internet) und Herausgabe eigener Schriften sowie durch Ausstellungen, Seminare und Informationsveranstaltungen will der Verein die Kenntnisse über die Numismatik vertiefen. Dies soll auf allgemein verständliche Art geschehen. Der Verein verfolgt in erster Linie keine wirtschaftlichen Interessen und die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.