Münzsammler werden

Das Sammeln von Münzen ist so alt wie die Münzgeschichte selbst. Die Babylonier und Assyrer waren wohl die ersten, die schon etwa 2.500 vor Christus feste Gewichtseinheiten für Metallzahlungsmittel eingeführt haben. Den eigentlichen Schritt hin zur Münze aber taten griechische Kaufleute etwa 700 vor Christus. Sie verwandten für ihre Geschäfte kleine Metallplättchen mit ihren Handelsmarken. Münzen zu sammeln gehörte über viele Jahrhunderte hinweg zum guten Ton eines jeden Fürsten und Herrschers. Es war ein königliches Hobby. Das hat sich Gott sei Dank geändert. Heute ist Münzen sammeln ein durchaus erschwingliches Hobby und die Sammlergemeinde wächst immer noch an.

Münzsammler: Verschiedene Sammlertypen

Münzsammler sind oftmals sehr unterschiedlich und lassen sich nur schwer typisieren, da die Gründe für das Münzensammeln und die Intensität in den verschiedenen Sammelgebieten sehr unterschiedlich sind. Am besten lassen sich Münzsammler aufgrund Ihrer Erfahrungen und somit Ihrer Expertise unterscheiden.

Der Gelegenheitssammler
Er hat vielleicht auf dem Dachboden eine kleine Zigarrenschachtel mit alten Münzen gefunden. Hin und wieder bekommt er zum Geburtstag oder zu Weihnachten noch die eine oder andere Münze geschenkt. Seine Münzen archiviert er in einem Album und erfreut sich daran. Er sammelt nicht akribisch und nicht systematisch.

Der „Schatzgräber“
Er bedient sich in seinem Portemonnaie. Alles was glänzt und somit einigermaßen gut erhalten ist, legt er zur Seite. Mit sogenanntem Urlaubsgeld verfährt er ebenso. Er sammelt also sporadisch Umlaufmünzen und hofft, dass einmal eine ganz seltene und wertvolle Münze dabei ist.

Der Einsteiger
Er sammelt alles was ihm in die Finger kommt. Bei nahezu allen Anfängern ist das so. Und das ist auch so in Ordnung. Auf diese Weise macht man seine Erfahrungen und legt sich nach und nach eine Basis und ein solides Grundwissen zu. Irgendwann wird er sich auf ein oder einige Sammelgebiete spezialisieren und dann systematisch sammeln.

Der ernsthafte Sammler
Er hat sich bereits spezialisiert, sich Fachliteratur zugelegt und sammelt systematisch. Er ist, was sein Sammelgebiet angeht, geschichtlich gebildet und manchmal schon eine kleine Koryphäe. Der Virus des Münzensammelns hat ihn bereits befallen.

Der Profi
Gemeint ist nicht der professionelle Münzhändler, sondern Sammler, die über das reine Sammeln hinaus auch wissenschaftlich arbeiten. Sie verfassen beispielsweise numismatische Beiträge und Kataloge oder halten numismatische Vorlesungen.

Münzsammler werden

Um sich als Münzsammler mit dem Thema Münzensammeln zu beschäftigen und mehr zu lernen gibt es verschiedenste Möglichkeiten. Nachfolgend stellen wir die verschiedenen Informationskanäle für Münzsammler vor.

Münzvereine/Sammelvereine
Sie sollten sich erkundigen, ob es in Ihrer Nähe einen Münzverein (Anm.: Verlinken zu Verzeichnis > Sammlervereine) gibt. Und falls ja, sollten Sie den Verein unverbindlich besuchen. Ein solcher Verein mit vielen Gleichgesinnten bietet die ideale Plattform, um sich zu informieren, zu diskutieren, Münzen zu tauschen und Freunde zu finden. Probieren Sie es aus.

Museen/Ausstellungen
In vielen Museen weltweit gibt es Münzabteilungen, die zum Teil recht groß sind. In Klammern ist jeweils die Anzahl der Ausstellungsstücke angegeben. Bedeutende Münzabteilungen gibt es etwa im British Museum in London (etwa eine Million), in der Bibliothéque Nationale in Paris (etwa 600.000), in der Eremitage in St. Petersburg (mehr als eine Million) und im Kunsthistorischen Museum Wien (etwa 600.000) um hier nur einige zu nennen. Auch Deutschland beherbergt etliche bedeutende Münzsammlungen, so das Münzkabinett der Staatlichen Museen in Berlin (über ½ Million), die Staatliche Münzsammlung München (etwa 300.000), das Münzkabinett in Dresden (etwa 300.000) und das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg (etwa 150.000). Nahezu alle Landesmuseen in der Bundesrepublik warten mit umfangreichen und interessanten Münzsammlungen auf. Als ernsthafter Münzsammler sollten Sie die Gelegenheit zu einem Besuch nutzen. Sie werden es sicher nicht bereuen.

Auktionen
Es gibt mittlerweile viele Auktionshäuser, die sich mit Münzen beschäftigen. Und bei den meisten kann man auch online mitbieten. Das kann sehr spannend und reizvoll sein. Und das sollte jeder Münzsammler mal ausprobieren. In den klassischen Auktionshäusern wird von günstigen Münzen bis hin zu ganz wertvollen und teuren Münzen nahezu das gesamte Spektrum angeboten. Aber Vorsicht, bedenken Sie immer, dass zu dem Auktionsergebnis noch der sogenannte Aufschlag und die Mehrwertsteuer berechnet werden. Da sind je nach Unternehmen um die 25 % zusätzlich fällig.

Kataloge
Für nahezu jedes Sammelgebiet, und sollte es noch so speziell sein, gibt es Münzkataloge. Manchmal sind sie nur noch antiquarisch zu bekommen oder in einer Bibliothek ausleihbar. Diese vergriffenen Münzkataloge sind meist recht teuer. Für Münzen ab etwa 1800 bietet der Münzhandel recht günstige Kataloge an. Man bekommt sie im Buchhandel oder auf Online-Marktplätzen wie etwa Amazon. Hier nur eine kleine Auswahl:

Bücher
Bücher, die sich ganz allgemein mit dem Hobby des Münzensammelns beschäftigen, bietet der Buchhandel meist günstig an. Auch hier nur eine kleine Auswahl:

Zeitschriften
Auf dem Zeitschriftenmarkt haben sich die folgenden Magazine etabliert:

MünzenRevue (Gietl Verlag)
Die Zeitung erscheint monatlich (11 Ausgaben pro Jahr), ist relativ teuer und will den anspruchsvollen Sammler bedienen. Insbesondere für historische Münzen finden sich interessante Artikel. Aber natürlich gibt es auch sonst allerlei Neuigkeiten, Daten, Trends, Hintergrundwissen und Termine. Sie ist für den Euromünzen Sammler eher weniger geeignet, da das Thema nur auf einigen Seiten behandelt wird. Jede Zeitschrift hat auch einen umfangreichen Katalogteil deutscher Münzen ab 1871. Diesen umfangreichen Teil kaufen Sie jedes Mal wieder mit, obwohl er sich nach einem Monat wohl kaum ändert. In wie weit das sinnvoll ist, müssen Sie selbst entscheiden. Ein entsprechender Münzkatalog erscheint uns hier sinnvoller.

money trend (Money trend Verlag)
Die österreichische Zeitschrift erscheint monatlich (11 Ausgaben pro Jahr) und ist sehr teuer, bietet aber auch viel. Sie behandelt ein breites Spektrum von der Antike bis hin zu Euromünzen. Die Zeitschrift ist sehr umfangreich, hat aber auch einen großen Katalogteil, bei dem sich wieder die Sinnfrage stellt. Ansonsten ist die Zeitschrift besonders für den anspruchsvollen Sammler überaus interessant. Jede Ausgabe befasst sich mit 2 bis 3 ausgesuchten Themen. Wer also sein numismatisches Wissen erweitern möchte, ist hier richtig.

Münzen & Sammeln (Gietl Verlag)
Die Zeitschrift erscheint monatlich und behandelt ein breites Spektrum. Sie befasst sich nicht nur mit Münzen, sondern auch mit Papiergeld, Orden und Medaillen. Es wird wohl kaum Sammler geben, die sich mit all diesen Themen befassen. Sie kaufen also immer Themen mit, die Sie nicht oder kaum interessieren. Und dann gibt es auch hier den umfangreichen Bewertungsteil, der sich von Monat zu Monat kaum ändert. So gesehen ist die Zeitschrift recht teuer.

Deutsches Münzen Magazin (EMS Verlag)
Die Zeitschrift erscheint zweimonatlich und ist vergleichsweise günstig. Sie behandelt in erster Linie Euromünzen und deren Neuerscheinungen. Durch die Erscheinungsweise sind die Informationen nicht immer brandaktuell. Auf einen umfangreichen Bewertungsteil hat man verzichtet. Nicht unerwähnt lassen darf man aber, dass die Zeitschrift einem großen Münzhandelshaus sehr nahe steht. Die Berichterstattung ist deswegen teilweise etwas einseitig. Jedenfalls der Euromünzensammler bekommt hier alle notwendigen Informationen für sein Hobby.

Hobby oder Beruf

In den allermeisten Fällen ist das Sammeln von Münzen ein Hobby. So mancher hat auch schon daran gedacht, sich selbstständig zu machen. Wenn man davon leben möchte, wird es schwierig. Sie brauchen nicht nur ein umfangreiches Fachwissen, sondern müssen auch Ahnung von Betriebswirtschaft haben. Und dann taucht die Frage auf, von wo Sie denn Ihre Münzen herbekommen. Und zwar zu günstigen Preisen. Denn nur wer günstig einkauft und erheblich teurer verkauft, macht die erforderlichen Gewinne. Aber es ist wohl nicht die Aufgabe dieses kleinen Ratgebers darüber zu informieren, wie sich ein Hobbymünzsammler selbstständig machen kann.

Einfacher und reizvoller kann es sein, Münzen sporadisch über Online-Marktplätze wie etwa eBay zu verkaufen oder zu versteigern. Sie melden sich als Kleinunternehmer an und Sie versteuern natürlich etwaige Gewinne. Von der Mehrwertsteuer sind Sie befreit. Von den diversen Auktionshäusern können Sie sogenannte Lots oder Konvolute (das sind mehrere Münzen bis hin zu ganzen Sammlungen) kaufen und einzeln aufbereiten und wieder verkaufen. Das macht natürlich Arbeit, kann aber auch sehr reizvoll sein. Und mit etwas Glück und Fleiß machen Sie auch Gewinne. Und darüber hinaus werden Sie für Ihre eigene Sammlung das eine oder andere Schätzchen finden.

Der Münzsammler im Internet

Ganz selbstverständlich bedient sich der Münzensammler des Internets. Es gibt fast keine Münze, die er nicht über Google & Co. dort findet. Nahezu alle Münzhändler sind auch online präsent. Die meisten Auktionen nehmen Online-Gebote an. Daneben gibt es im Internet numismatische Lexika, Foren, Tauschbörsen und, und, und… Surfen und suchen Sie. Man kann immer wieder interessante Seiten finden.