Münzen reinigen

Bei der Reinigung von Münzen werden von Anfängern oft Fehler gemacht. Beim Münzen reinigen ist daher zu äußerster Vorsicht geraten. Unsachgemäßes Reinigen von Münzen kann zu großen Wertverlusten bis hin zum Totalverlust führen. Die fachgerechte Reinigung und Pflege der Münzen ist somit ein außerordentlich wichtiges Thema. Im folgenden erklären wir verschiedene Methoden der Münzreinigung.

Münzen Reinigen

Foto: Giuseppe Blasioli / Fotolia

Unsachgemäße Reinigung mit Chemikalien führt oft zum Wertverlust oder zur vollständigen Zerstörung der Münze aus numismatischer Sicht. Münzen dienen als Zahlungsmittel und weisen daher oftmals erhebliche Gebrauchsspuren auf. Gerade Anfänger machen bei Reinigungsversuchen häufig Fehler, welche zum Wertverlust aus Sammlersicht führen. Der Erhaltungsgrad einer abgenutzten Münze lässt sich grundsätzlich nicht verbessern. Stark verunreinigte Münzen lassen sich lediglich durch sachkundiges Reinigen säubern. Gerade bei älteren Münzen werden die Werthaltigkeit und Echtheit durch die klassische Patina untermauert und sollten daher nicht gereinigt werden. Aus diesem Grund sollten Sie sich immer kritisch fragen, ob eine Münzreinigung überhaupt sinnvoll ist.

Sollte ich meine Münzen reinigen?

Ist Ihre Münze unansehnlich und verschmutzt, kommt eine Reinigung in Frage. Weist sie eine Patina auf, also eine über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gewachsene Oxidschicht, wäre eine Reinigung eine erhebliche Wertminderung, unter Umständen sogar ein vollständiger Verlust. Deshalb sollten Sie immer behutsam vorgehen. Wichtig ist es vor allem, keinerlei Metallputz- oder Scheuermitteln zu verwenden. Auch scharfkantige oder spitze Werkzeuge bergen nur große Risiken und haben bei der Reinigung nichts verloren.

Die fachgerechte Reinigung der Münzen ist somit ein außerordentlich wichtiges Thema. Im folgenden sollen entsprechende Methoden erklärt werden, die auch wirklich funktionieren und die Ihnen die Freude an Ihren Münzen erhalten wird. Münzen bestehen aus verschiedenen Metallen beziehungsweise aus deren Legierungen. Aus diesem Grund gliedert sich der folgende Beitrag nach den entsprechenden Münzmetallen.

Gold: Reinigung von Goldmünzen

Gold ist das edelste und teuerste Münzmetall und oxidiert nur schwer und selten. Eine Reinigung ist in aller Regel also nicht erforderlich. Allenfalls können Sie Verschmutzungen mit warmem Wasser ohne Zusatz von Reinigungsmitteln entfernen. Aber Vorsicht, Gold ist relativ weich und deshalb recht stoßempfindlich. Vermeiden Sie daher das Anschlagen der Münze. Fingerabdrücke und leichte Verschmutzungen können Sie auch leicht und bequem mit einem der im Handel angebotenen Tauchbäder für Gold entfernen. Diese Vorgehensweise ist bei der Metallart Silber näher erläutert.

Platin: Pflegetipps

Platin ist ebenfalls ein erstklassiges Edelmetall im Wert dem Gold nahezu gleichgestellt. Ansonsten gilt für das Münzen reinigen hier das gleiche wie für Gold.

Silber: Silbermünzen reinigen

Silber, ebenfalls ein Edelmetall, liegt im Wert deutlich niedriger als Gold und Platin. Es ist das wohl bedeutendste Edelmetall für Münzen. Silbermünzen bilden im Laufe der Zeit einen Überzug aus Silbersulfid, der eine dunkelbraune bis tiefschwarze Farbe annehmen kann. Man spricht dabei auch von einer Patina. Mit handelsüblichen Silberbädern lässt sich diese Schicht leicht entfernen. Reinigen Sie dabei niemals Münzen aus verschiedenen Metallen im selben Bad.

Sie tauchen die Münze einfach einige Sekunden bis maximal einige Minuten in das Silberbad. Sie sollten dabei eine im Fachhandel erhältliche kunststoffbeschichtete Münzpinzette verwenden. Aber Vorsicht, das Silbertauchbad ist nur etwas für moderne Silbermünzen, die etwas unansehnlich geworden sind. Bei alten Silbermünzen, etwa den altdeutschen Talern, gilt diese Patina als sehr erwünscht und als wertsteigernd. Eine Entfernung dieser Patina würde hier zu erheblichen Wertverlusten führen. Nach dem Tauchen ist Spülen und Trocknen wichtig. Spülen Sie immer unter fließendem Wasser. Das Trocknen mit Papiertüchern ist eine Möglichkeit. Besser ist es jedoch, die Münze kurz in Alkohol zu tauchen. Er löst und verdrängt das Wasser und verdunstet danach ohne jegliche Rückstände.

Eine wenig bekannte, aber sehr effektive, Methode der Reinigung von Silbermünzen ist die Reinigung mit Natron, auch bekannt als Backpulver. Das gibt es für wenig Geld in fast jedem Supermarkt (z. B. Kaiser Natron oder Hausnatron von Lucullus). Sie streuen dabei etwas Natron auf die Münze, vermengen es mit etwas Wasser und verreiben den Pulverbrei auf der Münze. Keine Sorge, das Bereiben einer Münze ist ansonsten tabu. In diesem Falle aber entstehen keinerlei Kratzer, da das Pulver sehr fein ist. Anschließend waschen Sie den Brei mit Wasser sorgfältig ab und trocknen die Münze wie oben beschrieben.

Verschmutzte alte Silbermünzen müssen Sie jedoch anders reinigen. Hier ist warme Seifenlauge die erste Wahl, da diese nicht aggressiv ist. Weichen Sie Ihre Münze etwa 30 Minuten ein. Anschließend bürsten Sie die Münze mit der gleichen Lauge und mit einer sehr weichen Zahnbürste ab. Je nach Bedarf können Sie die Seifenlauge leicht oder auch schärfer gestalten, ebenso die Einweichzeit können Sie nach Bedarf verlängern. Falls das immer noch nicht hilft, kann man die Seifenlauge mit Schmierseife herstellen und Soda zusetzen.

Spiegelglanz Münzen (Polierte Platte)

Spiegelglanz Münzen gibt es meist in Gold und Silber. Sie sind häufig verkapselt und sollten auch so aufbewahrt werden. Sie verändern manchmal auch in der Verkapselung ihre Farbe. Dies sieht manchmal nicht schön aus, es senkt aber in keiner Weise den Wert der Münze. Wenn Sie die Münze aus der Kapsel nehmen und eine Reinigung versuchen, geht der Herstellungsgrad Polierte Platte oder Spiegelglanz oft verloren. Eine Reinigung, wie zum Beispiel durch ein Tauchbad sollte also, wenn überhaupt, nur mit äußerster Vorsicht vorgenommen werden.

Kupfer/Nickel (auch Neusilber)

Moderne Münzen sind häufig aus einer Kupfer/Nickel – Legierung hergestellt. Diese ist sehr hart, robust und oxidiert nicht. Hier treten nur Verschmutzungen auf, die Sie mit lauwarmen Wasser oder leichter Seifenlauge wieder entfernen können. Auch die Reinigung mit Natronpulver kann erfolgreich sein. Der Handel bietet hin und wieder Tauchbäder für Kupfer/Nickel – Münzen an, Sie können jedoch auch ohne weiteres zum Münzen reinigen das oben genannte Silbertauchbad verwenden.

Messing-Münzen reinigen

Messing ist eine Kupfer/Zink – Legierung, auch Tombak genannt. Auch für Messing ist die Reinigung mit lauwarmen Wasser oder Seifenlauge beziehungsweise mit Natronpulver erste Wahl. Der Fachhandel bietet auch für Messing spezielle Tauchbäder an.

Bi–Metall

Bi–Metall–Münzen werden immer beliebter und werden seit einiger Zeit häufig von den Münzprägeanstalten ausgegeben. Sie bestehen aus zwei verschiedenen Metallen, aus einem runden Kernstück und einen umgebenden Ring. Oft ist das Kernstück aus Messing und der Ring aus einer Kupfer/Nickel – Legierung. Es kommen aber viele andere Kombinationen, auch mit Edelmetallen, vor. Bei der Reinigung gehen Sie wie bei den Kupfer/Nickel – Münzen vor.

Kupfer, Bronze

Kupfer- und Bronzemünzen bilden im Laufe der Zeit eine schöne Patina. Sie ist nicht wertmindernd, sondern im Gegenteil eher wertsteigernd. Sie sollten sie deshalb auf keinen Fall entfernen. Wenn man das Kupfer bis auf das glänzende Metall reinigt, spricht der Fachmann von der Farbe „Schweinchenrosa“. Solche Münzen sind dann wertlos. Die Reinigung ist problematisch. Das beste Reinigungsmittel ist auch hier einfach nur warmes Wasser. Für moderne Kupfer- und Bronzemünzen, die noch keine Patina angesetzt haben, bietet der Handel auch Kupfertauchbäder an.

Zink

Viele der während des Ersten Weltkrieges und kurz danach geprägten Not- und Inflationsmünzen sind aus Zink. Zink ist ein unedles Metall und oxidiert leicht, dabei bildet sich dann ein grauer bis weißer Überzug. Schlimmer noch ist die Zinkpest oder der Zinkfraß. Dagegen gibt es leider kein Mittel. Das eher unansehnliche Metall ist nicht leicht zu reinigen. Am besten versuchen Sie es mit Natronpulver. Den grauen bis weißen Belag verwandeln Sie mit etwas Waffenöl (z. B. Balistol, gibt es für wenig Geld im Baumarkt) wieder in die ursprüngliche dunkelgraue Farbe von Zink. Sollte die Münze bereits von der sogenannten Zinkpest oder dem Zinkfraß befallen sein, gibt es dagegen kein Mittel. Die Fraßspuren lassen sich nicht mehr entfernen. Sie sollten deshalb bereits vorher, die Münze mit einem Konservierungsüberzug schützen (z. B. mit Lindner Münzenkonservierer). Für die spurenlose und leichte Wiederentfernung gibt es einen dazugehörigen Entferner.

Eisen

Auch Eisen ist ein unedles Metall, das leicht oxidiert. Es wurde ebenfalls während des Ersten Weltkrieges und kurz danach für die Not- und Inflationsmünzen verwandt. Liegt nur ein leichter Rostansatz vor, weichen Sie die Münze in Petroleum ein. Der Rost wird dabei unterwandert und abgelöst. Das Verfahren ist allerdings langwierig und kann schon mal einige Wochen dauern. Sie müssen aber keine Bedenken haben, die Münze selbst wird dabei nicht angegriffen. Bei einem stärkeren Rostbefall hat sich die Behandlung der Roststellen mit einem Glasradierer bewährt. Verblüffender Weise entstehen dadurch keine Kratzer, sondern eine schöne, glatte Oberfläche. Auch hier sollten Sie die Münze entsprechend konservieren (wie unter Zink erläutert).

Aluminium

Aluminium wird von manchen Staaten für die niedrigsten Nennwerte verwandt. Es ist ein relativ weiches und leichtes Metall, das sich rasch abnutzt. Für die Reinigung verwenden Sie warmes Wasser und viel Seife. Intensives Reiben beim Trockner vermeiden Sie besser, da Aluminium wegen seiner Weichheit schnell Kratzer bekommt.

Ultraschallreiniger

Der Vollständigkeit halber soll erwähnt werden, dass der Handel auch Ultraschallreiniger für Münzen anbietet. Damit können angeblich auch Brillen und Schmuck gereinigt werden. Bei der Verwendung können Sie wenig falsch machen. Eine Schädigung für die Münzen ist nahezu ausgeschlossen. Ob Sie jedoch eine zufriedenstellende Reinigung erzielen, hängt stark vom Grad der Verschmutzung und dem verwendeten Gerät ab.

Fazit: Münzen reinigen
Das Sammeln von Münzen ist ein außerordentlich spannendes und interessantes Hobby. Damit die Freude erhalten bleibt, müssen Sie hin und wieder auch mal Münzen reinigen. Wichtig ist, dass sich der Erhaltungsgrad und damit der Wert nicht verbessern lässt, die Gefahr einer Wertminderung jedoch groß ist. Überlegen Sie deshalb immer, ob eine Reinigung wirklich Sinn macht und in Frage kommt. Bei einer wertvollen Münze sollten Sie deshalb vorab Versuche mit minderwertigen Münzen anstellen. Alte Münzen mit einer natürlichen Patina dürfen Sie keinesfalls reinigen. Die Patina ist erwünscht und wird von Sammlern als Zeichen des Alters sehr geschätzt. Die Entfernung dieser Patina würde die Münze im Wert stark herabsetzen. Erste Wahl bei der Reinigung ist immer lauwarmes Wasser, eine weiche Zahnbürste und ein Stück Seife. Wenn die Münze noch keine Gebrauchspuren, sondern lediglich Fingerabdrucke oder ähnliches aufweist, ist die erste Wahl ein entsprechendes Tauchbad.

Tipp: Falls Sie sich mit diesem Thema näher befassen wollen, liefert das Buch von Wolfgang J. Mehlhausen „Handbuch zur Münzpflege“, Battenberg Gietl Verlag, 2010 wertvolle Hinweise.