Euro Kursmünzen

Als Kursmünzen bezeichnet man die normalen Umlaufmünzen, die Sie in Ihrem Geldbeutel vorfinden. Sie werden offiziell vom jeweiligen Land herausgegeben und sind für den Zahlungsverkehr bestimmt. Euro Kursmünzen zirkulieren im Geldverkehr. Das wirkt sich natürlich auf die Qualität der Münzen aus. Eine gewisse Abnutzung und Verschmutzung ist dabei unvermeidlich. Trotzdem ist es außerordentlich beliebt geworden, Euro Kursmünzen aus dem Geldbeutel heraus zu sammeln.

Umlaufmünzen

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Durch die Globalisierung finden Sie in Ihrer Geldbörse Euromünzen nahezu aller Euroländer. Natürlich sind die Münzen Ihres Heimatlandes erheblich häufiger anzutreffen. Münzen in der Erhaltung Stempelglanz können Sie in Ihrer Geldbörse nicht vorfinden. Aber Exemplare in Vorzüglich durchaus. Es gibt viele Sammler, die sich so ihre Euro Münzsätze selbst zusammenstellen. Das ist mühsam, kann aber sehr reizvoll sein. Schließlich gibt es einige recht wertvolle Euromünzen. Sie werden quasi zum Schatzsucher. Wem das zu mühsam ist oder wer Münzen nur in bester Qualität sammeln will, der wird bei Münzhändlern oder bei Online-Marktplätzen wie etwa Ebay fündig.

Wert der Euro-Kursmünzen aller Länder

Andorra
Der Zwergstaat ist kein Mitglied der Europäischen Union, genießt aber einen Sonderstatus. Vor der Einführung des Euro waren in Andorra der französische Franc und die spanische Peseta Zahlungsmittel. 2002 wurde sowohl in Spanien als auch in Frankreich der Euro eingeführt, der dann ebenso in Andorra Gültigkeit hatte. Zunächst prägte man keine eigenen Euromünzen. Das geschah erst 2014. In den Umlauf sind nur diese Münzen aus dem Jahre 2014 gekommen. Sie sind relativ teuer. Insbesondere die 1 und 2 Cent Münzen erreichen schon fast 20 € an Wert. Spätere Münzen waren ausschließlich den Kursmünzensätzen vorbehalten.

Belgien
Belgien prägt bereits seit 1999, also schon vor der offiziellen Einführung, Euromünzen. Insbesondere die 1 und 2 Euromünzen erreichen schon respektable Werte. Die teuersten Münzen mit etwa 50 bis 150 € sind 2 Cent 1999 und 2 € 1999 bis 2001.

Deutschland
Die fünf Prägeanstalten in Deutschland prägen seit 2002 Kursmünzen. Dabei stehen die Münzzeichen für die verschiedenen Münzanstalten, A für Berlin, D für München, F für Stuttgart, G für Karlsruhe und J für Hamburg. Der Großteil der Kursmünzen bewegt sich wertmäßig im einstelligen Eurobereich. Insbesondere die höheren Nennwerte erreichen schon mal einen Wert von 10 € und knapp darüber. Es gibt eine größere Anzahl von Fehlprägungen. Zum Beispiel sind Rück- und Vorderseite verdreht (das nennt man Stempeldrehung). Oder die Ansichten sind nicht genau in der Mitte (das nennt man dezentriert). Solche Fehlprägungen sind natürlich selten und können durchaus Werte von mehreren 100 Euro erreichen.

Abkürzungen kurz erklärt:
  • Babysatz: Kursmünzensatz als Geschenk zur Geburt eines Kindes. Er soll Glück bringen und immer an das Geburtsjahr erinnern. Es gibt auch Sätze zu anderen Gelegenheiten (zum Beispiel Hochzeit, Abitur, Konfirmation, Weihnachten)
  • Blister: Blister ist eine Sichtverpackung. Sie wird von vielen Münzausgabestellen verwandt, um Münzen sichtbar und trotzdem geschützt anzubieten. Zusätzlich ist der Blister meist mit Informationen zu den Münzen versehen.
  • Coincard: Motivkarten mit eingeschweißten Münzen.
  • Folder: Ein gefalzter Prospekt mit einer oder mehreren eingelassenen Münzen. Der Prospekt enthält gleichzeitig noch entsprechende Informationen.
  • Handgehoben: AEine Qualitätsstufe für Münzen (gebräuchlich in Österreich). Sie dürfen keinerlei Kratzer oder Beschädigungen aufweisen.
  • Spiegelglanz: In Deutschland gebräuchlich für die Münz-Herstellungsart Polierte Platte.

Estland
Estland prägt seit 2011 Euro Kursmünzen. Alle Münzen liegen wertmäßig im einstelligen Eurobereich.

Finnland
Finnland hat schon 1999 vor der offiziellen Einführung der neuen Währung begonnen, Euromünzen zu prägen. Insbesondere die höheren Nennwerte bewegen sich im Wert um 10 €. Eine Fehlprägung 2 € 2006, bei der ein Teil der Auflage mit der neuen Europakarte ab 2007 geprägt wurde, erreicht im Handel schon fast 100 €.

Frankreich
Frankreich prägt seit 1999 Euromünzen. Die Münzen liegen wertmäßig meist im einstelligen Eurobereich. Einzelstücke erreichen schon mal 10 Euro.

Griechenland
Griechenland emittiert seit 2002 Euro Kursmünzen. Die Jahrgänge 2002 wurden teilweise in Frankreich (Buchstabe F), in Spanien (Buchstabe E) und in Finnland (Buchstabe S) geprägt und mit einem entsprechenden Buchstaben gekennzeichnet. Alle Münzen liegen wertmäßig im unteren Eurobereich. Ausnahmen sind die 2 Euromünzen ab 2011, die teilweise bereits einen Wert von 30 bis 60 Euro erreichen.

Irland
Irland prägt seit 2002 Euromünzen. Alle Münzen sind bezahlbar. Neuere 2 € Münzen kosten teilweise bereits über 10 Euro.

Italien
Italien gibt seit 2002 Euro Kursmünzen heraus. Die Münzen sind nicht teuer. Nur wenige erreichen Werte über 10 €. Eine relativ kleine Münze mit einem Wert um 30 € sticht heraus, 5 Cent 2003.

Lettland
Das junge Euroland prägt erst seit 2014 Euromünzen. Die Münzen sind meist recht günstig.

Litauen
Litauen ist das jüngste Euroland. Es hat 2015 den Euro eingeführt. Alle Münzen sind wertmäßig sehr günstig.

Luxemburg
Luxemburg war mit der Euro-Einführung von Anfang an dabei (2002). Alle Münzen liegen wertmäßig im einstelligen Eurobereich.

Malta
Malta prägt seit 2008 Euromünzen. Alle Münzen sind günstig und nur wenige erreichen einen Wert von über 10 Euro.

Monaco
Der zweitkleinste Staat der Erde ist kein EU-Mitglied, hat aber ein Abkommen mit dem Euroland Frankreich. Monaco hat bereits 2001 mit der Prägung von eigenen Euromünzen begonnen. Die monegassischen Euromünzen sind, bis auf wenige Ausnahmen, durchwegs teuer bis sehr teuer. Die Münzen der Jahrgänge 2004 bis 2006 wurden nur in Polierter Platte für die Kursmünzensätze geprägt. 2005 wurden von der 1 Cent Münze 300 Stück und 2006 von der 2 Cent Münze 80 Stück in Polierter Platte für Staatsgäste geprägt. Irgendwie fanden einige Exemplare den Weg zu den Münzhändlern. Solche Exemplare sind mit einigen 100 Euro recht teuer. Aber auch viele der übrigen Euromünzen erreichen mittlere bis höhere zweistellige Eurowerte und teilweise auch darüber.

Niederlande
In den Niederlanden beginnt die Europrägung bereits 1999. Alle Münzen sind günstig zu erwerben und erreichen nur bei wenigen Ausgaben den Wert von 10 Euro. Seit 2015 gibt man sogenannte Coincards mit jeweils einer Kursmünze und einer Medaille heraus. Insbesondere die Ausgaben mit Silber- und Goldmedaillen sind sehr teuer. Die mit Silbermedaillen (Auflage 80 bis 100) liegen bei etwa 500 € und die mit Goldmedaillen (Auflage 5) bei 7.000 bis 15.000 €.

Österreich
Österreich emittiert seit 2002 Eurokursmünzen. Alle Kursmünzen sind erschwinglich und liegen wertmäßig unter 10 €.

Portugal
Auch Portugal gehört zu den ersten Euroländern und prägt seit 2002 Euromünzen. Bis auf eine Fehlprägung der 1 € Münze 2008 sind alle Münzen günstig zu erwerben. Diese Fehlprägung wurde mit der alten Europakarte hergestellt und kann schon mal erheblich über 100 € kosten. Eine Besonderheit gibt es in Portugal. Seit 2009 gibt man für Studenten und dem entsprechenden Studienjahr eine 1 Euromünze im Blister heraus (nennt sich Finalista). Die Preise liegen meist unter 10 Euro.

San Marino
San Marino ist kein EU-Mitglied, hat aber ein Zollabkommen mit der Europäischen Union. Es gibt seit 2003 Euromünzen heraus. Sie sind außerhalb der Kursmünzensätze nur sehr schwierig zu bekommen. Und falls doch, sind sie meist recht teuer. Als Besonderheit emittiert San Marino auch Coincards.

Slowakei
Die Slowakei emittiert seit 2009 Euro-Kursmünzen. Sie kosten meist unter 10 €. Lediglich einige 2 Euromünzen erreichen an die 20 € im Wert.

Slowenien
Slowenien ist seit 2007 Euroland und prägt seitdem Euro-Kursmünzen. Alle Münzen sind günstig zu erwerben.

Spanien
Spanien gehört zu den ersten Euroländern und gibt bereits seit 1999 Euromünzen heraus. Meist liegen die Münzen im Wert unter 10 €, wobei die 2 Euromünzen diesen Wert häufig erreichen.

Vatikan
Der Vatikanstaat ist kein EU-Mitglied. Es besteht aber eine Währungsvereinbarung mit Italien. Die Eurokursmünzen des Vatikanstaates kommen nicht in den Geldumlauf. Sie werden seit 2002 geprägt und sind ausschließlich für die Kursmünzensätze in Stempelglanz und in Polierter Platte bestimmt. Hin und wieder gelangen trotzdem einzelne Exemplare in den Münzhandel. Und dann sind sie richtig teuer, teilweise mehrere Hundert Euro. Der Vatikanstaat gibt auch seit 2010 jährlich Coincards heraus mit 50 Cent Münzen. Preislich liegen diese Coincards alle um 10 Euro.

Zypern
Zypern ist seit 2008 Euroland. Die verausgabten Kursmünzen bewegen sich durchwegs im einstelligen Eurobereich.

Euro Kursmünzensätze

Alle Euroländer geben Kursmünzensätze heraus. Unter Sammlern ist die Abkürzung KMS geläufig. Solche Münzensätze werden ausschließlich für Sammler hergestellt und oft in Blister- oder Folderverpackungen ausgeliefert. Ein solcher Kursmünzensatz enthält die komplette Serie von Umlaufmünzen eines Jahres und einer Prägestätte. Die Auflagen der Sätze sind limitiert.

Das Sammelgebiet ist riesig. Als neuer Sammler verlieren Sie leicht den Überblick. Sie sollten sich einen Münzkatalog zulegen. Beispielsweise den „Euro-Münzkatalog-Die Münzen der Europäischen Währungsunion“ von Gerhard Schön, Battenberg Verlag. Erhältlich ist der Katalog im Buchhandel oder zum Beispiel bei Amazon. Dieser Katalog erscheint jedes Jahr neu in einer aktualisierten Auflage. Alles in diesem Bereich zu sammeln ist kaum möglich. Sie sammeln am besten regional oder thematisch. Die vielen Gelegenheitssätze wie etwa zur Geburt (Babysätze), zu Hochzeiten, Abitur und Konfirmation eignen sich eher als Geschenke und weniger zum Sammeln.

Tipp:
Manche Sammler sind versucht, die einzelnen Münzen aus den Verpackungen herauszunehmen, um sie in Sammleralben bequem archivieren zu können. Das sollten Sie aber keinesfalls tun. Die Sätze verlieren dabei erheblich an Wert. Es gibt spezielle Aufbewahrungsmöglichkeiten für Kursmünzensätze.

Andorra
Andorra gibt erst seit 2014 Euro Kursmünzensätze heraus. Der Satz von 2014 wurde in Stempelglanz (Auflage 70.000) und in Polierter Platte (Auflage 3.000) hergestellt. Alle anderen Sätze sind in Stempelglanz gefertigt worden. Der Jahrgang 2014 ist teuer, insbesondere in Polierter Platte.

Belgien
Belgien fertigt seit 1999 Euro Kursmünzensätze. Die Jahrgänge 1999 bis 2001 hat man als sogenannte Triple Sets in Stempelglanz und in Polierter Platte herausgegeben (3 Jahrgänge in einer Ausgabe). Diese Ausgaben sind relativ teuer. Ab 2002 emittiert Belgien die Kursmünzensätze in diversen Ausführungen und zu den verschiedensten Anlässen. Mal legt man eine dem Anlass gemäße Medaille bei oder eine entsprechende 2 € Gedenkmünze oder auch mal eine CDROM. Ab 2003 gibt man auch einen Benelux-Satz für die drei Länder Belgien, Niederlande und Luxemburg heraus. Mit Preisen bis maximal 100 € sind alle Sätze erschwinglich. Ausnahmen sind die Triple Sets von 1999 bis 2001.

Deutschland
In Deutschland verausgaben alle fünf Prägestätten einmal im Jahr solche Kursmünzensätze. Die Sätze der einzelnen Prägestätten unterscheiden sich lediglich durch den Buchstaben der Prägestätte auf den Münzen. Dabei stehen die Buchstaben A für Berlin, D für München, F für Stuttgart, G für Karlsruhe und J für Hamburg. Die Kursmünzensätze werden in zwei Qualitäten ausgegeben, in Stempelglanz oder Normalprägung und in Spiegelglanz. Seit 2006 erscheinen in Deutschland 2 € Gedenkmünzen und sind seitdem Bestandteil der Kursmünzensätze. Einmal jährlich erscheint auch eine komplette Serie aller 5 Buchstaben. Die Auflagen wurden immer weiter reduziert, von anfangs maximal 180.000 auf jüngst unter 30.000 je Buchstabe und je Herstellungsart. Die Auflagen für Stempelglanz- und Polierte Platte-Sätze unterscheiden sich nur geringfügig. Alle Preise sind finanziell erschwinglich. Die offizielle Verkaufsstelle für Sammlermünzen (VfS) bietet die aktuellen Ausgaben je Buchstabe für 13,35 € in Stempelglanz und für 24,50 € in Polierter Platte an.

Estland
Estland hat lediglich 2011 und 2016 Euro Kursmünzensätze herausgegeben. Aufgelegt wurden 2011 insgesamt 50.000 und 2016 nur 20.000 Exemplare in Stempelglanz. 2011 erschien auch noch ein Satz in Polierter Platte mit einer Auflage von lediglich 3.500. Dieser Satz enthält auch noch zusätzlich eine Medaille. Die Sätze sind erschwinglich. Der rare Polierte Platte-Satz erreicht allerdings schon einen Wert von über 100 €.

Finnland
Wie Belgien gab auch Finnland für die Jahrgänge 1999 bis 2001 Triple Sets in Stempelglanz und Polierter Platte aus. Vor allem das Polierte Platte-Set ist schon recht teuer. Ab 2002 emittiert Finnland Kursmünzensätze in diversen Ausführungen. In Stempelglanz mit Medaille, in Polierter Platte mit Silbermedaille oder mit Goldmedaille, teilweise auch mit eingesetztem Diamant oder, ungewöhnlich, auch mit Teddybär im Geschenkkarton. Später dann auch teilweise mit 5 oder 2 Euro Gedenkmünzen. Es gibt Sätze für alle möglichen Anlässe. Für Geburten (Babysätze), Abitur, Konfirmation, Hochzeit, Weihnachten und allgemeine Gratulation. Die Auflagen variieren stark zwischen 500 und 170.000 je nach Aufmachung und Metallart der Medaille. Die Münzen mit Silber- und Goldmedaillen sind mit bis zu 500 € relativ teuer. Auch die Ausgaben mit Teddybär sind recht kostspielig. Diese Variationen hat man aber bald wieder aufgegeben. Beibehalten hat man die Zugabe einer Medaille oder einer Euro Gedenkmünze.

Frankreich
Frankreich gibt seit 2002 Euro Kursmünzsätze zu diversen Anlässen heraus. Es gibt immer einen klassischen Satz in Stempelglanz und in Polierter Platte (meist mit einer Medaille oder Gedenkmünze). Die Stempelglanz-Sätze haben Auflagen zwischen 25.000 und 145.000. Die Auflagen der Polierte Platte-Sätze sind mit meist 7.500 wesentlich geringer ausgelegt. Ab 2006 sind die Sätze zu diversen Anlässen geradezu explodiert. So gab Frankreich von 2006 bis 2008 jährlich mehr als 20 verschiedene Kursmünzensätze heraus, darunter auch Babysätze für Mädchen und Jungen. In den folgenden Jahren hat man das wieder auf knapp unter 10 Sätze reduziert. Die Auflagen dieser Kursmünzensätze zu diversen Anlässen liegen mit 500 bis 1.000 sehr niedrig. Alle Sets sind, mit einigen Ausnahmen, erschwinglich. Die Sätze in Polierter Platte von 2004 bis einschließlich 2012 liegen wertmäßig zwischen 100 und 200 €. Der Satz von 2007 erreicht schon fast 300 €. 2013 hat man als Besonderheit einen Satz mit einer zusätzlichen 100 Euro Goldmünze (1/2 Unze Feingold) verausgabt.

Griechenland
Griechenland verausgabt seit 2002 Euro Kursmünzensätze in Stempelglanz und in Polierter Platte. Es gibt auch thematische Ausgaben. Auch Gedenkmünzen sind häufig mit enthalten. Die Auflagen liegen zwischen 13.000 und 45.000 bei den Stempelglanz-Sätzen und zwischen 2.000 und 4.000 bei den Polierte Platte-Sätzen. Die Preise sind moderat und liegen nur in Ausnahmefällen in Polierter Platte mal jenseits von 100 Euro.

Irland
Irland fertigt Euro Kursmünzensätze seit 2002 in Stempelglanz und Polierter Platte mit Auflagen zwischen 1.000 und 50.000. Teilweise sind auch Euro Gedenkmünzen enthalten. Auch zu bestimmten Anlässen hat man Kursmünzensätze verausgabt, zum Beispiel Babysätze. Der Satz von 2002 in Stempelglanz liegt wertmäßig bereits über 100 Euro. Vorsicht, bei diesem Satz existieren Fälschungen. Der Satz von 2015 in Polierter Platte erreicht bereits einen Wert von fast 200 €. Ansonsten sind alle Sätze finanziell erschwinglich

Italien
Italien emittiert seit 2002 Euro Kursmünzensätze in Stempelglanz und Polierter Platte. Oft mit 2 € und 5 € Gedenkmünzen zu bestimmten Anlässen. Die Auflagen bewegen sich zwischen 3.000 und 50.000. Lediglich der Satz aus dem Jahre 2002 hat mit 150.000 eine wesentlich höhere Auflage. Die Ausgaben sind erschwinglich. Die Sätze in Polierter Platte einschließlich 5 Euro Silbergedenkmünzen und teilweise einschließlich 2 Euro Gedenkmünzen liegen teilweise bereits zwischen 100 und 150 €.

Lettland
Lettland verausgabt erst seit 2014 Euro Kursmünzensätze. Die Auflagen bewegen sich zwischen 5.000 und 30.000. Der erste Satz von 2014 in Polierter Platte kostet knapp 100 €. Der Satz von 2016 in Stempelglanz mit 2 € Gedenkmünze Milchwirtschaft liegt wertmäßig bereits bei 200 Euro.

Litauen
Litauen hat erst einen Kursmünzensatz 2015 herausgegeben. In Stempelglanz liegt die Auflage bei 35.000 und in Polierter Platte bei 7.000. Der Satz in Polierter Platte enthält zusätzlich eine Medaille. Die Preise sind moderat.

Luxemburg
Luxemburg verausgabt regelmäßig seit 2002 jährlich drei Euro Kursmünzensätze. Einmal in Stempelglanz und in Polierter Platte, meist mit einer oder manchmal auch zwei 2 € Gedenkmünzen. Und einmal als Sondersatz der Postverwaltung in Stempelglanz mit einer oder mehreren Briefmarken (aber ohne Gedenkmünzen). Die Auflagen liegen bei den Stempelglanz-Sätzen zwischen 5.000 und 50.000, bei den Sätzen der Postverwaltung zwischen 2.000 und 6.500 und bei den Sätzen in Polierter Platte zwischen 1.500 und 2.500. Mit Ausnahme der Sätze in Polierter Platte sind die Kursmünzensätze recht günstig zu erwerben. Die Kursmünzensätze in Polierter Platte dagegen sind richtig teuer und schlagen mit 100 bis 300 € zu Buche.

Malta
Malta gab 2008 den ersten Euro Kursmünzensatz heraus, danach erst wieder ab 2011. Alle Ausgaben erfolgten in Stempelglanz, zum Teil mit 2 Euro Gedenkmünzen. Die Auflagen liegen mit einer Ausnahme zwischen 25.000 und 50.000. Ausnahme ist ein Sondersatz aus dem Jahre 2012 „Ehrengast beim Tag der Münze in den Niederlanden“ mit einer sehr geringen Auflage von nur 1.000 Exemplaren. Alle Ausgaben sind erschwinglich einschließlich des Sondersatzes von 2012.

Monaco
Der Zwergstaat emittiert nur sporadisch seit 2001 Euro Kursmünzensätze. Teilweise erfolgten die Emissionen in Stempelglanz oder in Polierter Platte und teils auch einschließlich Euro Gedenkmünzen. Die Auflagen bewegen sich zwischen 7.000 und 40.000. Die Preise sind mit 100 bis 600 € sehr hoch.

Niederlande
Die Niederlande verausgabt seit 2002 alljährlich Kursmünzensätze in zig Variationen mit verschiedenen Themen, darunter auch Babysätze für Jungen und Mädchen. Die Ausgaben erfolgten teils in Stempelglanz, teils in Polierter Platte und teilweise mit Medaillen oder Gedenkmünzen. Es gibt sogar Ausgaben mit Einkaufsgutscheinen für Touristen. Die Auflagen variieren zwischen 80 und 300.000 sehr stark. Preislich sind die Sätze meist erschwinglich. Ausnahmen sind etliche Sätze in Polierter Platte und mit zusätzlichen Silbermedaillen oder Euro-Gedenkmünzen, die wertmäßig schon mal jenseits der 100 € Marke liegen können.

Österreich
Österreich betreibt eine konsequente Ausgabepolitik. Es gibt jährlich einen Kursmünzensatz in der Qualität Handgehoben und einen in Polierter Platte heraus. Die Auflagen liegen zwischen 10.000 und 125.000. Die Preise bewegen sich auf erschwinglichem Niveau. Daneben hat man 2009 einen Sondermünzsatz als Ehrengast beim Tag der Münze in den Niederlanden (Auflage 1.000) und 2014 eine Berlin Edition (Auflage 2.500) verausgabt. Seit 2012 erscheint zusätzlich ein sogenannter Babysatz. Die aktuellen offiziellen Ausgabepreise der Münze Österreich sind für den handgehobenen Satz 28,80 €, für den Satz in Polierter Platte 84,00 € und für den Babysatz 34,80 €.

Portugal
Portugal emittiert seit 2002 Euro Kursmünzensätze in prägefrisch (unzirkuliert), brilliant uncirculated (Stempelglanz) und in proof (Polierte Platte). Daneben wird auch noch jährlich ein Babysatz herausgegeben. Die Auflagen liegen zwischen 1.500 und 50.000. Die Preise sind mit Ausnahme der Sätze aus dem Jahr 2007 recht moderat. Die Sätze aus dem Jahr 2007 erreichen schon mehrere Hundert Euro.

San Marino
Der Zwergstaat gibt seit 2002 Euro Kursmünzensätze heraus. In den ersten Jahren erfolgten die Ausgaben in Stempelglanz, dann auch zusätzlich in Polierter Platte. Seit 2012 verausgabt man jeweils einen reinen Kursmünzensatz in Stempelglanz und zusätzlich einen Satz mit einer 5 Euro Gedenkmünze sowie einen Satz in Polierter Platte mit einer 2 Euro Gedenkmünze. Die Preise insbesondere für die Polierte Platte-Sätze sind recht hoch. Die entsprechenden Sätze für die Jahre 2015 bis 2017 (Auflagen nur etwas über 2.000) liegen schon bei rund 300 €. Als Besonderheit gibt San Marino auch sogenannte Mini-Kursmünzensätze heraus. Sie enthalten nicht den kompletten Satz sondern nur ausgesuchte Nennwerte, teilweise auch mit Gedenkmünzen.

Slowakei
Das junge Euroland fertigt seit 2009 Euro Kursmünzensätze zu verschiedenen Themen. Die Auflagen variieren stark zwischen 1.000 und 120.000. Ebenso die Preise. Sie liegen teilweise schon deutlich über 100 Euro.

Slowenien
Slowenien verausgabt Euro Kursmünzensätze in der klassischen Art, jährlich einen Satz in Stempelglanz und einen Satz in Polierter Platte. Teilweise mit Euro Gedenkmünzen. Die Auflagen der Polierte Platte-Sätze liegen mit 1.000 bis 5.000 sehr niedrig. Trotzdem sind die Preise noch moderat.

Spanien
Spanien emittiert seit 1999 Euro Kursmünzensätze. Die Anzahl der verschiedenen Sätze wurde im Laufe der Zeit immer umfangreicher. Zunächst gab man nur klassische Sätze in Stempelglanz und Polierter Platte heraus. Dann thematische Sätze wie etwa spanische Regionen. Die Auflagen sind recht unterschiedlich, ebenso die Preise. Jüngere Ausgaben sind recht günstig. Ein Satz ragt wertmäßig heraus, und zwar der Satz von 2007 in Polierter Platte mit einer Auflage von nur 1.800. Er enthält die 2 Euro Gedenkmünze „50 Jahre Römische Verträge“. Diese Münze ist exklusiv nur in diesem Satz enthalten. Der Preis für diesen Satz erreicht schon fast 600 Euro.

Vatikan
Der Vatikanstaat hat ab 2002 Euro Kursmünzensätze verausgabt, zunächst ganz klassisch in Stempelglanz und in Polierter Platte (zusätzlich mit einer Silbermedaille). Ab 2010 hat man einen zusätzlichen Satz mit einer Goldmedaille herausgebracht. Ab 2012 gibt es neben dem Satz in Stempelglanz je einen Polierte Platte-Satz mit einer 20 € Silbermünze beziehungsweise 50 € Goldmünze. Vor allem die Auflagen mit den Goldmedaillen und Goldmünzen liegen sehr niedrig. Die Preise sind dementsprechend sehr hoch. Der Polierte Platte Satz von 2010 mit Goldmedaille liegt preislich erheblich über 3.000 €.

Zypern
Zypern ist eines der wenigen Länder mit einer überschaubaren Ausgabepolitik. Es gibt jährlich nur einen Kursmünzensatz in Stempelglanz heraus. Lediglich 2010 erfolgte keine Ausgabe. Die Auflagen liegen zwischen 5.000 und 70.000. Die Preise sind durchwegs erschwinglich.

Euro Starterkits

Meist bereits vor der offiziellen Einführung des Euro haben die Euroländer sogenannte Starterkits herausgegeben. Es war ein Münzbeutel zum Kennenlernen der neuen Umlaufmünzen. Auch die Länder, die den Euro später einführten, gaben solche Starterkits heraus. Es entwickelte sich regelrecht ein kleines Sammelgebiet.

  • Andorra, Ausgabejahr 2014, Inhalt 3,88 €, Auflage 70.000, sehr rar, Preis etwas unter 100 €
  • Belgien, Ausgabejahr 2001, Inhalt 12,40 €, Auflage 5,3 Mio., Preis um 20 €
  • Deutschland, Ausgabejahr 2001 A,D,F,G,J, Inhalt jeweils 10,23 €, Auflage jeweils zwischen 8 und 12 Mio., Preis jeweils nur einige Euro über Nennwert
  • Estland, Ausgabejahr 2010, Inhalt 12,79 €, Auflage 0,7 Mio., Preis um 20 €
  • Finnland, Ausgabejahr 2001, Inhalt 3,88 €, Auflage 0,5 Mio., Preis um 50 €
  • Frankreich, Ausgabejahr 2001, Inhalt 15,25 €, Auflage 53 Mio., Preis 20 bis 30 €
  • Griechenland, Ausgabejahr 2001, Inhalt 14,67 €, Auflage 3 Mio., Preis 20 bis 30 €
  • Irland, Ausgabejahr 2001, Inhalt 6,35 €, Auflage 0,75 Mio., Preis 10 bis 20 €
  • Italien, Ausgabejahr 2001, Inhalt 12,91 €, Auflage 30 Mio., Preis um 20 €
  • Lettland, Ausgabejahr 2013, Inhalt 14,23 €, Auflage 0,8 Mio., Preis 30 bis 40 €
  • Litauen, Ausgabejahr 2014, Inhalt 11,59 €, Auflage 0,9 Mio., Preis um 20 €
  • Luxemburg, Ausgabejahr 2001, Inhalt 12,40 €, Auflage 0,6 Mio., Preis um 20 €
  • Malta, Ausgabejahr 2007, Inhalt 11,65 €, Auflage 0,3 Mio., Preis 20 bis 30 €
  • Monaco, Ausgabejahr 2001, Inhalt 15,25 €, Auflage 51.000, extrem rar, Preis 600 bis 800 €
  • Niederlande, Ausgabejahr 2001, Inhalt 11,35 €, Auflage 8,8 Mio., Preis 20 bis 30 €
  • Österreich, Ausgabejahr 2001, Inhalt 14,54 €, Auflage 6 Mio., Preis 20 bis 30 €
  • Portugal, Ausgabejahr 2001, Inhalt 10,00 €, Auflage 1 Mio., Preis 30 bis 30 €
  • Slowakei, Ausgabejahr 2008, Inhalt 16,60 €, Auflage 1,25 Mio., Preis um 20 €
  • Slowenien, Ausgabejahr 2006, Inhalt 12,52 €, Auflage 0,3825 Mio., Preis um 20 €
  • Spanien, Ausgabejahr 2001, Inhalt 12,02 €, Auflage 23 Mio., Preis um 20 €
  • Vatikan, Ausgabejahr 2002, Inhalt 3,88 €, Auflage 6.000, extrem rar, Preis bis 1.000 €
  • Zypern, Ausgabejahr 2007, Inhalt 17,09 €, Auflage 0,25 Mio., Preis 20 bis 30 €
Fazit: Euro-Kursmünzen
Das Sammeln von Starterkits ist ein kleines und abgeschlossenes Sammelgebiet. Die Preise sind bis auf einige Ausnahmen erschwinglich.

Das Sammelgebiet der Kursmünzen ist ein klassisches Sammelgebiet und überaus beliebt. Hier ist das Sammeln aus der Geldbörse heraus möglich. Sie werden quasi zum Schatzsucher. Wenn Sie Ihren Urlaub in einem Euroland verbringen, eröffnen sich mit dem Urlaubsgeld weitere Sammelmöglichkeiten. Wem das zu mühsam ist, der bekommt seine Kursmünzen natürlich auch im Münzhandel oder auf Online-Plattformen wie etwa beim Online-Marktplatz Ebay.

Kursmünzensätze sind ein fast unüberschaubares Sammelgebiet. Für den Anfänger kann das sehr verwirrend sein. Ein Münzkatalog ist sehr zu empfehlen. Hier alles zu sammeln, ist allein schon aus finanziellen Gründen kaum möglich. Beschränken Sie sich auf die klassischen Ausgaben in Stempelglanz oder Polierte Platte. Oder sammeln Sie thematisch. Es gibt zu vielen Themenbereichen, wie etwa Sportveranstaltungen, entsprechende Sätze.