Euromünzen

Seit der Währungsumstellung im Jahr 2002 erfreut sich Sammelgebiet der Euromünzen großer Beliebtheit. Unser Münzportal informiert Sie sowohl über Gedenkmünzen als auch Kursmünzen. Auf unseren Sonderseiten 5 Euro Münzen sowie 25 Euro Münzen zeigen wir die beliebtesten Stücke.

Euromünzen

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Die Europäische Union führte 2002 den Euro offiziell ein und schuf damit neue äußerst interessante und spannende Sammelgebiete. Die neuen Euromünzen waren von Beginn an sehr beliebt und wurden stark nachgefragt. Es entwickelte sich geradezu ein Run und die Sammlergemeinde vergrößerte sich zunehmend. An Attraktivität haben die Euromünzen bis heute nichts eingebüßt. Sie gehören zu den beliebtesten Sammelgebieten. Nachfolgend erhalten Sie eine allgemeine Übersicht der Euromünzen-Sammelgebiete. Die Sonder- und Gedenkmünzen werden in gesonderten Beiträgen noch umfassender und eingehender erläutert.

Starterkits

Los ging es damals mit den sogenannten Starterkits. Die EU-Staaten, die dem Euro beigetreten waren, gaben bereits Mitte Dezember 2001 Münzbeutel mit dem neuen Euromünzen heraus. Der Zweck war es, die Bürger mit dem neuen Geld vertraut zu machen. Am 1. Januar 2002 wurde dann die Währung in diesen EU-Staaten offiziell eingeführt. In dem Beutel enthalten waren alle Nennwerte, also 1, 2, 10, 20 und 50 Cent sowie 1 und 2 Euro, teilweise auch mehrmals. Später sind noch etliche Staaten dem Euro beigetreten. Bis heute sind es insgesamt 23 Staaten, einschließlich Andorra, Monaco, San Marino und dem Vatikan, die nicht der Europäischen Union, aber der Euro-Währungsunion angehören.

Die Starterkits haben je nach Größe des Landes verschieden hohe Auflagen. So liegen in Deutschland und Frankreich die Auflagen bei jeweils ca. 53 Millionen, in Italien bei 30 Millionen und in Spanien bei 23 Millionen. Im Gegensatz dazu liegen sie in Monaco nur bei 51.200 und im Vatikanstaat sogar nur bei etwa 6.000 Kits. Es versteht sich von selbst, dass die zuletzt genannten Starterkits zu den teuersten gehören. Für diese beiden Kits müssen Sie jeweils zwischen 500 und 1.000 Euro auf den Ladentisch legen. Eine enorme Wertsteigerung, wenn man bedenkt, dass man die Starterkits bei der Ausgabe doch zum Nennwert bekam.

Die Euromünzen-Starterkits sind ein eigenständiges kleines Sammelgebiet und recht beliebt. Das Sammelgebiet ist überschaubar und mit wenigen Ausnahmen auch erschwinglich. Die Kits sind nur in ungeöffneten Zustand sammelwürdig. In geöffnetem Zustand fallen Sie im Wert auf den realen Münznennwert zurück.

Euro-Umlaufmünzen

Im Gegensatz zu den Starterkits handelt es sich hierbei um ein sehr großes Sammelgebiet. Mehr als 20 Staaten geben Euro–Umlaufmünzen aus, also 1, 2, 10, 20 und 50 Cent sowie 1 und 2 Euro. Und das jedes Jahr und in Deutschland sogar noch mit verschiedenen Münzzeichen für die Prägeanstalten, mit den Münzzeichen A für Berlin, D für München, F für Stuttgart, G für Karlsruhe und J für Hamburg.

Aufgrund der immensen Größe wird es kaum jemanden gelingen, eine komplette Sammlung zusammenzutragen. Nachfolgend sehen Sie die einzelnen Vorderseiten der Münzen und die dazugehörigen Daten, welche für alle Länder gleich sind. Die Rückseiten der Euromünzen können die Länder frei gestalten, was wohl den großen Reiz des Sammelgebietes ausmacht.

Auch hier regeln Auflagenhöhe und damit die Seltenheit den Preis. Länder wie etwa Finnland, Estland, Irland, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta und Zypern, aber besonders die sehr kleinen Länder Andorra, San Marino, Monaco und der Vatikanstaat sind besonders gefragt, da deren Auflagen im Vergleich zu den großen Staaten niedrig sind.

Einen weiteren nicht zu unterschätzenden Reiz übt der Umstand aus, dass man die Umlaufmünzen aus der Geldbörse heraus sammeln kann und Sie somit gewissermaßen fast kostenlos an Ihre Schätzchen kommen. Sie werden quasi selbst zum Schatzsucher und manchmal finden Sie tatsächlich eine rare Münze aus einem Land mit niedriger Auflage.

Vielen Sammlern ist das aber zu mühsam und sie kaufen deshalb ihre Münzen bei den vielen seriösen Münzhändlern und den offiziellen Ausgabestellen. In Deutschland ist diese offizielle Ausgabestelle die VfS – Offizielle Verkaufsstelle für Sammelmünzen der Bundesrepublik Deutschland in Köln.

Mit Preisen zwischen 0,50 € und 10 bis 20 € sind die meisten Kursmünzen für Sammler durchaus erschwinglich. Naturgemäß ragen aber etliche Münzen aus diesem Preisrahmen heraus, teilweise sogar sehr deutlich. Die Euromünzen des Vatikanstaates etwa und auch die des Fürstentums Monaco sind fast durchwegs von der 1 Cent bis zur 2 € – Münze sehr teuer. Sie schlagen teilweise mit mehreren Hundert Mark zu Buche. Dies gilt zum Teil in etwas abgeschwächter Form auch für den Zwergstaat San Marino. Immer in Stempelglanz und Polierter Platte versteht sich. Polierte Platte oder auch Spiegelglanz ist kein Erhaltungszustand sondern ein Herstellungsverfahren. Die Münzen werden dabei mit polierten Stempeln geprägt. Die Flächen erscheinen dann spiegelglatt, erhabene Motive dagegen matt.

Wenn Sie nicht gerade die allerteuersten Exemplare sammeln wollen, wird Ihnen dieses interessante Sammelgebiet viel Freude bereiten. Insbesondere der historische und geographische Kontext mit den vielen Ausgabeländern ist spannend und reizvoll.

Euro-Kursmünzensätze

Die einzelnen Euroländer geben für Münzsammler jährliche Kursmünzensätze heraus. In der Literatur und in Händlerangeboten kürzt man sie gerne mit KMS ab. Sie werden in Stempelglanz und in Polierter Platte angeboten.

Kursmünzensätze der großen bis mittelgroßen Staaten mit relativ hohen Auflagen können Sie zu recht moderaten Preisen kaufen. Auch hier regelt Angebot und Nachfrage den Preis. Eine große Sammlergemeinde und niedrige Auflagen ergeben naturgemäß einen hohen Preis. Die Kursmünzensätze aus den Jahren 2002 von Monaco und dem Vatikanstaat kosten heute in Polierter Platte jeweils weit über 500 €.

Das Sammelgebiet ist recht groß. Stellen Sie sich vor, 23 Staaten geben jedes Jahr jeweils einen Kursmünzensatz in Stempelglanz und einen in Polierter Platte heraus. In Deutschland geben sogar 5 Prägestätten jeweils Kursmünzensätze heraus. Sie können sich unschwer vorstellen, welchen Umfang das Sammelgebiet bereits angenommen hat. Allein eine komplette Jahresausgabe der 23 Staaten zu erwerben, stellt den Sammler vor ein großes finanzielles Problem. Aus diesem Grund bleiben die Sammler meist bei ihren regionalen Ländern.

Euro Gedenkmünzen

Bei den Euro Gedenkmünzen handelt es sich um mehrere Sammelgebiete. Es gibt Euro-Goldmünzen, 2-Euro-Sondermünzen, Gedenkmünzen und Europastern Serien.

Nahezu alle Länder geben Euro-Goldmünzen aus. Der Feingehalt an Gold schwankt dabei in den Ländern zwischen 900/1000 und 999/1000 Anteilen Gold. Die ausgegebenen Nennwerte sind meist 20, 25, 50, 100 und 200 €. Nicht wenige Länder haben aber davon abweichende Nominale aufgelegt. So gibt Belgien als Sonderfall auch 12,5 € Goldmünzen aus. Auch Malta bildet so eine Ausnahme. Es gibt neben 50 € auch 5 und 15 € Sondermünzen in Gold heraus. Die Niederlande prägt neben 50 € auch sehr viele 10 Euro Sondermünzen in Gold. Portugal münzt neben 5 € auch noch 8 und 7,50 € Sondermünzen in Gold und als absolute und teilweise erschwingliche Besonderheit auch noch 0,25, 1,50 und 2,50 € Münzen in Gold. Spanien prägt neben 20, 100 und 200 € Goldmünzen noch 400 € Goldmünzen. Auch der Vatikan bietet neben den 20, 50, 100 und 200 € Goldmünzen noch 10 € Goldmünzen an. Frankreich hat die höchsten Nominale. Neben 5, 10 50, 100 und 200 € gibt es auch 250, 500, 1000 und sogar sage und schreibe 5.000 €.

Kein Wunder also, dass die teuersten Euro – Goldmünzen aus Frankreich kommen. 5.000 € 2015 Französische Exzellenz – Porzellanmanufaktur Sèvres und 5.000 € 2010 UNESCO Weltkulturerbe – Taj Mahal, beide in Polierter Platte, Gewicht jeweils 1.000 g, Auflage je 19 Exemplare, Durchmesser je 85 mm. Beide Münzen kosten bei einem seriösen Münzhändler jeweils mehr als 100.000 €. Dies ist kein Druckfehler, in Worten einhundert tausend Euro.

Allen Goldmünzen liegt immer ein bestimmtes Ereignis oder Thema zugrunde. So zum Beispiel in Deutschland die Fußball Weltmeisterschaft 2006 oder diverse UNESCO Weltkulturerbe Städte.

Euro-Goldmünzen zu sammeln ist naturgemäß ein sehr teures Hobby. Noch dazu geben die EU-Länder sehr viele Goldmünzen aus. Sie komplett zu sammeln, würde ein Vermögen kosten und ist, schon allein der niedrigen Auflagen wegen, nahezu unmöglich. Viele Euro-Goldmünzensammler verbinden ihr reizvolles Hobby wohl eher mit einer wertbeständigen Anlagemöglichkeit.

2 Euro Sondermünzen

Neben den 2-Euro-Umlaufmünzen geben die EU-Staaten auch 2-€-Sondermünzen aus. Es handelt sich dabei um ein sehr attraktives und spannendes Sammelgebiet. Die Beschaffenheit der 2 € Sondermünzen ist identisch mit den 2 € Umlaufmünzen. Das Unterscheidungsmerkmal ist aber jeweils ein Anlass oder ein Thema. Anlässe sind zum Beispiel in Deutschland 30 Jahre EU oder 25 Jahre Deutsche Einheit oder Serien der Bundesländer.

Die teuersten 2-Euro-Sondermünzen kommen natürlich wieder aus den Mini-Staaten Monaco und Vatikanstaat:

  • Monaco 2 € 2007 Grace Kelly etwa 1.500 €
  • Monaco 2 € 2015 Schlossbau etwa 900 €
  • Monaco 2 € 2016 Monte Carlo etwa 300 €
  • Vatikan 2 € 2015 Weltjugendtag Köln etwa 200 €

Das sind aber wirklich nur Ausreißer nach oben. Lassen Sie sich davon nicht abhalten, solche 2-Euro-Sondermünzen zu sammeln. Viele Münzen können Sie zu absolut erschwinglichen Preisen erwerben und nicht selten findet man sie auch in der Geldbörse. Die deutschen 2-€-Sondermünzen liegen im Preis beispielsweise durchwegs zwischen 3 und 10 €. In den meisten anderen Ländern ist das ganz ähnlich. Wen wundert es da, dass dieses Sammelgebiet zu den beliebtesten in der Sammelgemeinde gehört. Es ist einfach interessant, spannend und vor allem erschwinglich.

Euro-Silbergedenkmünzen

Gedenkmünzen gibt es schon sehr lange, so natürlich auch schon vor der Euro-Einführung. Die Themen haben sich kaum verändert. Immer sind es Ereignisse, wie Geburts- oder Todestage berühmter Persönlichkeiten, Jubiläen jeglicher Art und besondere geschichtliche Ereignisse. Der Umfang des beliebten Sammelgebietes ist sehr groß, aber auch finanziell teuer. Der Sammler sammelt deshalb seine Münzen meist regional. Beliebt sind auch Themensammlungen, zum Beispiel Sportveranstaltungen oder berühmte Persönlichkeiten.

Die klassischen Euro-Gedenkmünzen sind Silberprägungen mit den Nennwerten 10 Euro, 20 Euro und 25 Euro. Die Legierungen liegen zwischen 900/1000 bis 999/1000 Anteilen Silber. Es gibt aber auch eine ganze Anzahl abweichender Nennwerte, wie zum Beispiel 5 € in etlichen Ländern, 1,5 und 2,5 € in Portugal, 3 € in Slowenien, 6 € in Griechenland, 7 € und 8 € in Estland, 8 € in Portugal, 12 € in Estland, 15 € in Irland, 30 € in Slowenien, 50 € in Frankreich. Alle diese Ausgaben sind Gedenkmünzen, aber nicht alle sind Silbermünzen. Vor allem die niedrigen Nennwerte sind teilweise auch in unedlen Metallen beziehungsweise unedlen Legierungen geprägt.

Etwas Besonderes bilden die deutschen 5-Euro-Gedenkmünzen 2016 Planet Erde und 2017 Tropische Zone. Es sind Kupfer/Nickel-Prägungen und sie haben als ausgefallenes Merkmal einen farbigen und lichtdurchlässigen Polymer-Ring. Auch Luxemburg gibt eine ähnliche Besonderheit heraus, und zwar 5 € Bimetall Münzen, wobei die Mitte aus 999/1000 Niob und der Ring aus 925/1000 Silber besteht. Auch Österreich münzt 25 € Bimetall Münzen mit einem Kern aus 998/1000 Niob und einem Ring aus 900/1000 Silber. Niob ist ein selten vorkommendes Schwermetall und Polymer ist ein Spezialkunststoff.

Mit den Euro Gedenkmünzen können Sie eine außerordentlich ansprechende und auch wertvolle Sammlung zusammentragen. Da auch hier eine Komplettsammlung nahezu unmöglich ist, bewegt sich der Sammler meist im regionalen Umfeld beziehungsweise sammelt er einen bestimmten Themenbereich, was sehr reizvoll sein kann. Die Möglichkeiten sind bunt, vielfältig und abwechslungsreich.

Europastern Serien

Die Europastern Serien sind ein spezielles Münzprojekt etlicher Eurostaaten seit 2004. Neben den 2 € Sondermünzen handelt es sich dabei um eine zweite Serie für den Euromünzsammler. Die Gedenkmünzen der Europastern Serien haben immer ein übergeordnetes Motiv, zum Beispiel Künstler oder Entdecker. Die Münzen sind an einem kleinen Zeichen zu erkennen, und zwar wird dabei das Eurozeichen mit einem Stern verbunden. Die Serien sind überschaubar, was die Sammlergemeinde natürlich freut. Leider haben jedoch einige Staaten auch hohe Nominale mit hohem Edelmetallanteil ausgegeben. Dies trifft besonders auf Frankreich zu. Als Sammler sollten Sie bei den Silberausgaben bleiben, da sie einigermaßen erschwinglich sind und Sie eine schöne Sammlung aufbauen können.

Fazit: Euromünzen

Jedes der Euro-Sammelgebiete hat seinen besonderen Reiz. Die Starterkits sind überschaubar und bis auf wenige Ausnahmen erschwinglich. Die Euro-Umlaufmünzen sind zwar sehr umfangreich, bieten aber die Möglichkeit, quasi aus der Geldbörse heraus zu sammeln. Viele Sammler machen Urlaub in den Mittelmeerländern. Da lohnt es sich, seine Euromünzen mal genauer unter die Lupe zu nehmen. So manches Schätzchen kann da vielleicht entdeckt werden. Die 2-Euro-Sondermünzen, ebenfalls ein sehr umfangreiches, aber reizvolles Sammelgebiet, sie sind im Preis meist erschwinglich, bis auf einige Ausnahmen. Und die Euro-Gedenkmünzen sind aufgrund der Ausgabeanlässe besonders interessant und spannend. Man kann sich eine regionale Sammlung aufbauen oder sich einem besonderen Thema widmen. Zu guter Letzt sind die Europastern Serien sehr interessant und wenn man von einigen sehr hohen Nominalen absieht auch erschwinglich. So lässt sich z. B. eine ansehnliche und eindrucksvolle Sammlung der Silberausgaben aufbauen.