Anlagemünzen

Anlagemünzen (auch Bullionmünzen genannt) sind Münzen zur Wertanlage. In dieser Rubrik informieren wir Sie über Goldmünzen wie z.B. der beliebte Krügerrand als auch über Silbermünzen.

Anlagemünzen

Foto: Gina Sanders / Fotolia

Grundsätzlich muss man zwischen Anlage- und Sammlermünzen unterscheiden. Anlagemünzen wie etwa der Krügerrand haben keinen Sammlerwert, sondern ausschließlich einen Edelmetallwert. Sie werden mit einem geringen Aufpreis zum Metallpreis verkauft. Gewinn und Verlust hängen also von der Entwicklung des Edelmetallkurses ab. Bei Sammlermünzen ist der Edelmetallwert nur von zweitrangiger Bedeutung. Erstrangig sind Seltenheit und Zustand. So hat zum Beispiel die sächsische Münze 3 Mark von 1917 Friedrich der Weise zum 400-jährigen Bestehen der Reformation lediglich eine Auflage von 100 Exemplaren. Das kam daher, weil den Ländern während des 1. Weltkrieges keine höheren Auflagen bei Silbermünzen gestattet waren. Edelmetalle waren kriegswichtig. Diese Münze hat ein Silber-Feingewicht von 15 Gramm und somit einen Materialwert von knapp 10 €. Im Jahre 2004 hat diese Münze in einer Auktion den Zuschlag bei 54.000 € (zuzüglich Aufgeld) bekommen.

Ganz anders bei Anlagemünzen, ihre Auflagen sind nicht limitiert. Die Anzahl der Exemplare richtet sich nach dem Bedarf. Sie werden aus zwei Gründen gekauft. Einmal möchte man sein Geld anlegen und so einen Gewinn erzielen. Zum anderen will man bei Währungskrisen etwas Wertstabiles in Händen halten. Der Goldkurs hat eine beachtliche Performance hingelegt. So kostete der Krügerrand 1967 (1 Unze Feingold) bei seiner erstmaligen Ausgabe umgerechnet etwa 18 €. Heute muss man dafür etwa 1.100 € hinlegen. Es soll aber nicht verhehlt werden, dass sich die Anlage nur langfristig lohnt und dass Kursprünge auch nach unten möglich sind. Legen Sie deshalb nie Ihr ganzes Geld in Goldmünzen an. Finanzexperten empfehlen 10 bis 20 % seines Vermögens in Edelmetall anzulegen. Sie sollten diese Reserve frei verfügbar haben und nicht dringend für Anschaffungen benötigen. Nur so sind Sie davor gefeit, in Zeiten eines Kurseinbruchs womöglich verkaufen zu müssen und Verluste einzufahren.

In Krisen- und Inflationszeiten hat Gold immer seinen Wert behalten. Gerade in Deutschland hat man das nach dem 1. und nach dem 2. Weltkrieg erfahren. Insbesondere die kleinen Stückelungen mit ¼ und 1/10 Unzen sind hier sehr geeignet. Stellen Sie sich vor, unser Geld ist nichts mehr wert. Mit einem 1 Kilo-Goldbarren können Sie schwerlich beim Bäcker oder Metzger bezahlen. Aber mit einer 1/10 Unze Goldmünze werden Sie eine Zeitlang Lebensmittel bezahlen können.

Tipp: Anlagemünzen
Goldmünzen sind von der Mehrwertsteuer befreit. In Deutschland gilt das seit 1993 und in den EU-Mitgliedstaaten seit 2000. Die Münzen müssen zwar etliche Kriterien erfüllen. Aber darum müssen Sie sich keine Gedanken machen. Alle bei uns erhältlichen Goldmünzen sind von der Mehrwertsteuer befreit. Im Gegensatz dazu sind Silbermünzen von der Mehrwertsteuer nicht befreit. Bis 2013 galt ein verminderter Mehrwertsteuersatz von 7 %, ab 2014 gelten 19 %. Allerdings gibt es die Möglichkeit der sogenannten Differenzbesteuerung. Das heißt sie liegen dann wieder in der Nähe des verminderten Mehrwertsteuersatzes. Aber die Differenzbesteuerung funktioniert nur, wenn die Silbermünzen aus einem Nicht-EU-Land importiert werden (beispielsweise der Schweiz). Bei einem Verkauf wird dann der volle Mehrwertsteuersatz nur auf die Differenz zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis erhoben.